Performance Management Roundtable

Experten Roundtable

28. Januar 2010
Sofitel München Bayerpost

SOA für mehr Datendurchblick

Power-Kick für Performance Management

Performance Management hilft nur dann, schnellere und bessere Entscheidungen zu treffen, wenn die Werkzeuge die Gesamtleistung des Unternehmens im Auge haben. Deshalb setzten PM-Lösungsanbieter jetzt auf service-orientierte Architekturen: SOA verändert die Sichtweise auf Performance Management und ermöglicht rollenspezifische Funktionen und Fähigkeiten, Die Verbindung zwischen PM und SOA klingt in wirtschaftlichen schwierigen Zeiten verheißungsvoll - doch wie so oft zeigt sich: SOA ist nicht gleich SOA.

Industrie-Analysten wie Gartner oder IDC sind der Ansicht, dass besonders der Bereich der Performance Management (PM)-Lösungen von der derzeitigen Wirtschaftslage profitiert, da viele Unternehmen ihre Systeme überprüfen und den zukünftigen Bedarf evaluieren. PM-Lösungen helfen, große Datenmengen einer Abteilung oder eines Unternehmens zu ordnen, und gehen dabei über einfache Abfrage- und Reporting-Funktionen hinaus: Sie decken Ursachen auf und helfen dabei, über Schlüsselprozesse entsprechende Best Practises zu ermitteln.

Industriezweige mit schneller Markt-Taktung sind auf einen Echtzeit-Zugang zu ihren Daten angewiesen, um ihre Entscheidungsfindung zu unterstützen und Probleme schneller lösen zu können. Performance Management-Systeme mit Dashboards sind wirksame Instrumente, um Informationen über eine benutzerfreundliche Schnittstelle zu liefern. Mehr leisten sie allerdings nicht: Sie beantworten keine spezifischen Fragen und liefern keine Informationen, die aus verschiedenen Bereichen gesammelt werden müssen oder die aus statistischen Daten ohne Kontext bestehen.

Vermutlich werden service-orientierte Architekturen (SOA) deshalb von Marketing-Experten der Anbieter schnell als der sprichwörtliche Heilige Gral deklariert. Trotz weniger tragfähiger Praxisbeispiele ist unumstritten, dass das Konzept der SOA umfassende Kompatibilität, unmittelbaren Zugang zu funktionsübergreifenden Datenreihen und eine verbesserte Entscheidungsfindung ermöglicht. Damit Performance Management einzelnen Benutzer relevante Informationen liefern kann, bedarf es einer offenen Kommunikation mit anderen Systemen. Eine SOA schließt diese Lücke: In einer auf Standards basierten SOA-Umgebung kann Kommunikation ungehindert stattfinden, was zu einer Weiterentwicklung von Performance Management und zu drei wichtigen Vorteilen führt: einfacher Zugang, Relevanz und niedrigere Betriebskosten. Allerdings gibt es gravierende Unterschiede zwischen proprietären, von einem einzelnen Software-Hersteller getriebenen und einer offenen, auf gängigen Standards aufsetzenden SOA-Umgebungen. Sie beziehen sich vor allem Zugriffsmöglichkeiten, die Relevanz von Informationen sowie die langfristigen Gesamtbetriebskosten.

Einfacher Zugang
Über eine SOA können Anwender grundsätzlich zentral auf Informationen aus verschiedenen Systemen zugreifen, ohne sich in einzelne Systeme einloggen oder sie von anderen Abteilungen anfordern zu müssen. Das kann zum Beispiel das Auftragsmanagement, CRM oder die Preisgestaltung betreffen. Diese Daten können dann in einem anderen System neu zusammengeführt werden, um Entscheidungen schneller und auf Basis eines umfassenderen Einblicks treffen zu können. Ein Beispiel: Die IT-Abteilung erhält eine Anfrage aus dem Vertrieb zu fehlenden Lieferungen in einer bestimmten geografischen Region. In einem geschlossenen SOA-Umfeld werden aus den einzelnen Systemen in einer Excel- oder Access-Datei zusammengestellt und gehen dann zurück an den Vertrieb. Das Problem: Während der Informationssammlung und -Verteilung werden unnötige Schichten hinzugefügt. Dadurch entstehen Informationssilos, die spätestens dann eine Hürde darstellen, wenn sich herausstellt, dass die Informationen die ursprünglichen Fragen nicht beantworten oder neue Fragen aufwerfen.

In einem offenen System basiert die SOA-Architektur auf gängigen Standards und schafft damit Kommunikationskanäle zwischen den verschiedenen Systemen und einem zentralen Zugangspunkt. So kann sich der Vertrieb beispielsweise mit einem dynamischen Dashboard über potenzielle Probleme in einer bestimmten Region informieren und die entsprechenden Maßnahmen direkt einleiten. Die offene Umgebung erlaubt Backend-Systemen von verschiedenen Anbietern, miteinander zu kommunizieren und die benötigten Einzelheiten zur Verfügung zu stellen.

Relevanz
Eine SOA hilft, Daten innerhalb des gesamten Unternehmens verfügbar zu machen und als Key Performance Indikatoren (KPIs) zu nutzen. KPIs allein geben allerdings nur an, dass etwas passiert ist, wie etwa ein Maschinenstillstand oder ein unbearbeiteter Auftrag. Vor den Zeiten mit SOA gab es dafür meist mehrere Systemschichten, die sich aufeinander verließen, wenn sie einen Anwender auf ein Problem aufmerksam machten. Die Information einer zerbrochenen Paletten in einem Lager zum Beispiel wäre dabei erst durch vier, fünf oder sogar mehr Systeme geleitet worden, bevor der zuständige Kundenbetreuer informiert worden wäre und proaktive Maßnahmen ergreifen konnte, um eine alternative Lösung für den Kunden zu finden. Mit einer SOA löst das Ereignis eine Mitteilung aus, die an alle beteiligten Parteien übermittelt wird, ohne Zwischenschaltungen oder Abhängigkeiten von einem anderen System. Zudem sind Ursachen nun noch deutlicher erkennbar, was Führungskräften hilft, Probleme zu identifizieren, bevor sie eskalieren können.

Die Fähigkeit, Informationen in Kontext zu spezifischen Rollen zu setzen und eine sofortige Rückmeldung zu erhalten, bedeutet, dass jeder Benutzer mit den für ihn relevanten, aktuellen Informationen arbeitet. Der Vertrieb zum Beispiel kann sich jeden Morgen über alle aktuellen Ausstände, wie zum Beispiel noch zu bearbeitende Bestellungen informieren lassen. In einer offenen SOA-Umgebung ist mit nur wenigen Mausklicks ersichtlich, warum sich die Aufträge verspätet haben und wie das Problem gelöst werden kann. Die Mitarbeiter haben unmittelbaren Zugang zu den Informationen, die sie benötigen - unabhängig davon, aus welchem System sie ursprünglich stammen.

Niedrige Betriebskosten
Tatsächliche Betriebskosten müssen viele unvorhersehbare Faktoren einschließen, wie etwa Kapitalkosten, Zeit und Ressourcen für Implementierung und Wartung, Auswirkungen auf periphere Anwendungen und Prozesse sowie Effizienzgewinne und Vorteile, die eine neue Technologie bringt.

Die meisten geschlossenen SOA-Architekturen setzen dabei voraus, dass alle Anwendungen von einem einzigen Anbieter stammen, und bei einem Wechsel komplett ausgetauscht werden. Selbst in wirtschaftlich guten Zeiten ist es für kein Unternehmen praktikabel, ein Projekt zu finanzieren, bei dem sämtliche Systeme auf einmal ersetzt werden. Der Herausforderung ist vielmehr, die bestehende Technologie-Infrastruktur zu optimieren, ohne die peripheren Systeme während des Upgrade-Prozesses zu beeinträchtigen. Offene SOA-Systeme zwingen Unternehmen daher nicht auf eine einzige Plattform, sondern passen sich stattdessen dem bestehenden Technologie-Ökosystem und dem individuellen Upgrade-Tempo des Unternehmens an.

PM-Trendstudie

Eine Trendanalyse für Deutschland, Österreich und die Schweiz.